Glänzende Wellen

»Es gibt zu tun. Im Winterhafen wurde die Leiche eines Mannes aus der Donau geborgen. Wir müssen sofort hinfahren. Wahrscheinlich bist du mit dem Rad früher dort als ich.« 
Lilly beendete das Gespräch abrupt. 
Eva verstaute das Handy und bog Richtung Untere Donaulände ab. 
Für diese Strecke würde sie knapp zehn Minuten brauchen und sicher noch vor Lilly am Fundort der Leiche eintreffen. Sie genoss die noch kühle Vormittagsluft, während sie trotzdem gemächlich in die Pedale trat. 
Sie begegnete einigen älteren Herren mit Hunden, ein paar jungen Frauen im Laufdress und drei Radfahrern. Dann passierte sie das Kunstmuseum, einen quaderförmigen, glasverkleideten Bau, der mit einem riesigen Donaufenster einen großzügigen Blick auf den Pöstlingberg gewährte. Knapp vor dem Linzer Konzerthaus und der davorliegenden Strandbar bog sie hinunter zur Donau ab. 
Eva fuhr in einem Bogen an der fast fertiggestellten neuen Eisenbahnbrücke vorbei, deren Eröffnung sich alle, auch die Radfahrerinnen und Radfahrer, sehnlichst herbeiwünschten. Sie ließ auch die Voest-Brücke hinter sich, unter der sie durchfuhr. Sie erhöhte das Tempo in der langgezogenen Rechtskurve, die die Donau einschlug. 
Die Landzunge zwischen Donau und Winterhafen war plötzlich zu Ende, sie stieg am »Spitz« ab, blickte Richtung Hafen und sah, dass sie ihr Ziel erreicht hatte. 
Auf der Höhe des Yachtclubs stoppte ein Absperrband den Zugang für die Schaulustigen. Mehrere Polizisten hatten die Menschenmenge im Auge, sie würden verhindern, dass sich Unbefugte weiter näherten. Lilly war bereits vor Ort, stand aber etwas abseits, sie konnte den Anblick toter Menschen nur schwer ertragen. 
Eva lehnte das Fahrrad an einen Baum, nahm den Helm ab, drängte sich zwischen den neugierigen Menschen entschuldigend durch und näherte sich einer Polizistin. 
»Eva Murauer, Kriminalpolizei.«
 

Es ist Sommer in der Landeshauptstadt Linz. Heiß, drückend, schwül. Die Donau wird von vielen zur Erholung genützt. Doch einigen wird der Fluss zum Verhängnis. Im Winterhafen wird ein toter Läufer angeschwemmt. Durchtrainiert, sportlich, muskulös. War es ein Unfall oder doch Mord? Die beiden Kommissarinnen Eva Murauer und Lilly Peischer stehen vor einem Rätsel.

Glänzende Wellen
Kriminalroman von Ulrike Lischka & Gabi Herland
TB, 227 Seiten, € 13,90 (A)
ISBN 978-3-99074-181-8



Glänzende Wellen ist auch als e-book erhältlich

Weltbild

Amazon

Thalia
 


Ulrike Lischka (re.)  & Gabi Herland (li.)

     

 

     

 

 
Verlag federfrei - Der österreichische Krimiverlag